Newsletter & Kolumnen von Avanti Papi


Papi News Dezember 2008

Hallo Avanti Papis

neulich war ich an einem Ort fern jeglicher Zivilisation und Kultur. Fremdartige Klänge und Gerüche schlugen mir entgegen und das Verhalten der Bewohner war geprägt von niederen Trieben und primitiven Instinkten. Es herrschte Unordnung, Chaos und Verwirrung, wie ich sie nicht zu beschreiben vermag. Doch nicht auf fernen Kontinenten fand ich diesen Ort, sondern mitten in Zürich. Ich war auch nicht, wie ihr jetzt vielleicht denkt, in der Chefetage der UBS, sondern ganz einfach im Kinderzimmer unserer Wohnung. Ich selbst bin in meinen jungen Jahren viel gereist und unhygienische Verhältnisse schrecken mich nicht so leicht. Auch scheint die Toleranz gegenüber Schmutz und Unordnung bei Männern allgemein höher zu liegen als bei Frauen und so ist es denn meist meine Herzallerliebste, welche immer wieder federführend die Wiederherstellung von Ordnung und Sauberkeit in die Hand nimmt. Dies führt ab und an zu Konflikten und Grundsatzdiskussionen, wie ich sie früher mit meinem Vater geführt habe und so wiederholen sich gewisse Themen von Generation zu Generation. Wie der eigene Vater erlebt wurde und welche Einflüsse dies auf das eigene Vatersein hat, beleuchtet auch das Buch „Zeit zum Vatersein“, welches Christoph Popp, ein langjähriger Avanti Papi, herausgegeben hat. Das Buch gründet auf einem dreiteiligen Mailwechsel mit fünfundzwanzig Vätern, welche sich in unterschiedlicher Form in ihrer Vaterrolle eingerichtet haben. Zumeist handelt es sich dabei um eine Form partnerschaftlicher Rollenteilung innerhalb der Familie und mithin um eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit. Erschienen ist es beim österreichischen Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz (einen Link findet ihr unter www.avanti-papi.ch/literatur.htm). Warum es nicht in einem Schweizer Verlag erschienen ist, weiss ich nicht. Dass es kein Schweizer Ministerium, bzw. Departement oder Bundesamt verlegt hat, liegt wohl daran, dass es in der Schweiz kein solches Departement oder Bundesamt gibt (siehe auch unsere Forderungen diesbezüglich unter www.avanti-papi.ch/standpunkte.htm).

Warum sich nicht mehr Väter mehr Zeit für ihre Kinder nehmen, ist ein noch wenig erforschtes Thema. Der Grund liegt aber bestimmt nicht in der Unlust der Väter, sich um den Haushalt zu kümmern. Selbst die progressivsten Väter von Avanti Papi würden ihre Erwerbsarbeit mehrheitlich gerne noch weiter reduzieren, wie eine Umfrage bei Avanti Papi (welche im nächsten Migros Magazin veröffentlicht werden soll) zeigt (siehe auch www.avanti-papi.ch/umfrage.htm).

Damit sich Arbeitgeber, welche Teilzeitstellen anbieten und Arbeitnehmer, welche eine Teilzeitstelle suchen besser finden, gibt es neu die Internetseite: www.teilzeit-karriere.ch.

Mit dieser Empfehlung möchte ich das letzte Papi News dieses Jahres beenden und wünsche euch allen schöne und stressfreie Festtage.

Euer Michi

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